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Sammlung Bozena Kowalska

Malerei

Eröffnung: Sonntag, 06.09.2026, 11:30 h 

Vernisage:

06.09.2026 – 11.10.2026

06.09.2026

Öffnungszeiten
Freitags:
Samstags:
Sonntags:
15 – 17 Uhr
13 – 17 Uhr
11 – 16 Uhr

Zu den Arbeiten

aus der „Sammlung Bozena Kowalska“

Zu den Arbeiten aus der „Sammlung Bozena Kowalska“

Von 1983 bis 2018 fanden alljährlich in Polen unter der organisatorischen und kuratorischen Leitung der Kunstwissenschaftlerin Bozena Kowalska (geb. 1930, gest. 2023 ) internationale Symposien für Künstler statt, die sich der „Sprache der Geometrie“ bedienen. Diese Bezeichnung wird in unserem Nachbarland im Gegensatz zu dem bei uns präferierten Begriff einer konstruktiv-konkreten Kunst bevorzugt. Bozena Kowalska baute darüber hinaus in ihrer fast 70 Jahre dauernden Tätigkeit eine bemerkenswerte Kunstsammlung (ca. 1.500 Werke!) mit entsprechendem Schwerpunkt auf. Nachdem der Verein für aktuelle Kunst/Ruhrgebiet (VfaKR) unter dem Titel „konkret & angelehnt konkret: Malerei aus Polen – Objekte aus NRW“ erstmals Arbeiten aus Polen zeigen konnte, traf die VfaKR-Programmkommission im Nachgang die Entscheidung, in seiner langen Ausstellungsgeschichte 2026 erstmals Werke aus einer besonderen Kunstsammlung vorzustellen. Insgesamt werden ca. 80 Arbeiten von vorwiegend polnischen Künstlern, aber auch Kunstschaffenden aus z.B. Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, Frankreich und der Schweiz in der Oberhausener Ausstellungshalle des Vereins zu sehen sein. Die Ausstellung wird in Kooperation mit Ewa Dabrowska, der Tochter von Bozena Kowalska, geplant und realisiert werden. Der nachfolgend aufgeführte Text (Quelle: Katalog zur Ausstellung „Kolekcja Bozeny Kowalskiej“, Breslau, 2018) verdeutlicht, welche Aspekte für Bozena Kowalska ausschlaggebend waren, eine so bemerkenswerte Sammlung aufzubauen.

Wilfried Darlath

[Diese Kollektion] stimmt völlig mit meinem Interessensgebiet überein, ebenso wie mit Kriterien, die ich für mich als Rezipientin der Kunst festgelegt habe und die für mich als Kunstkritikerin in der täglichen Arbeit unerlässlich sind. Diese Kriterien entwickelten sich über Jahre dank Kennenlernens, Erlebens und Analysierens der älteren Kunst in Museen der Welt […] sowie in den Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst im In- und Ausland, in Künstlerateliers und in Gesprächen mit Künstlern […] Zusammen mit der individuellen Art von Sensibilität der Rezeption bewirkten sie, dass mir die Sprache der Geometrie in der Kunst – die am meisten verallgemeinerte und universelle Sprache des künstlerischen Ausdrucks – besonders nah geworden ist […] Der geometrischen Kunst liegt immer eine Überlegung, eine Konzeption oder Reflexion zugrunde, die nach entsprechenden Zeichen sucht, in welchen ihre Botschaft erfasst und festgehalten werden könnte. In der Kunst muss sich diese Überlegung, Konzeption oder Reflexion – nachdem sie das Gepräge ihrer Einzigartigkeit, Subjektivität und gegenständlicher Materialität abgelegt hat – mithilfe des geometrischen Codes ausdrücken. Dieser ist nämlich abstrakt genug, um sich nicht fälschlicherweise mit etwas Materiellem assoziieren zu lassen; universell genug, um sich in der Vorstellung nicht mit dem zu verknüpfen, was in seiner Individualität und seinem Einzelsein bestimmt ist; objektiv genug, um keine persönlichen Emotionen zuzulassen. […] Die Entstehung dieser Kunstsammlung ist ein ständiger Prozess der Aufnahme weiterer ausgewählter Werke ausgewählter Künstler, die sowohl für mich als auch für ihre Schöpfer wichtig sind. Diese Arbeiten werden jedoch weder in kommerziellen Galerien ausgesucht, noch auf Kunstauktionen entdeckt und erworben. Sie sind alle Gaben von befreundeten Künstlern, die ich in ihrem Kunstschaffen begleite, deren Kunstschaffen ich beschreibe oder in Vorlesungen und bei Ausstellungseröffnungen bespreche, die ich zu jährlichen “Internationalen Symposien für Künstler, die sich der Sprache der Geometrie bedienen“, einlade und mit denen ich in ständigem Austausch bin.

Bozena Kowalska

Künstler der Ausstellung „Werke aus der Sammlung Bozena Kowalska“
Karl-Heinz Adler, Getulio Alviani, Zofia Artymowska, Tamara Berdowska, Jan Berdyszak, Gerhard Birkhofer, Hellmut Bruch, Krystian Burda, Rita Ernst, Janos Fajo, Julian Gil, Ingo Glass, Dorota Grynczel, Adam Hawryłkiewicz, Karolina Jaklewicz, Friedrich Kracht, Stefan Krygier, Jo Kuhn, Josef Linschinger, Manfred Luther, Sławomir Marzec, Jo Niemeyer, Ullrich Otto, Leszek Oprządek, Georg Karl Pfahler, Julian Henryk Raczko, Otto Reitsperger, Jaume Rocamora, Kajetan Sosnowski, Henryk Stažewski, Eduard Steinberg, Kurt Teuscher, Jerzy Treliński, Anna Trochim, Apoloniusz Węgłowski, Ryszard Winiarski.

Einladung zur Ausstellung: